Thiel solo

Das 19. Türchen

Dies ist ist mein Beitrag am 19. Dezember zu cricri_72's Adventskalender.


Titel: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
Inhalt: Vier Annäherungsversuche.
Länge: 400 Wörter (4 x 100 Wörter)
Genre: Romanze, Humor
Rechtserklärung: Thiel und Boerne gehören dem WDR. Ich habe sie mir nur mal kurz ausgeliehen.

Vielen Dank an cricri_72 für ihre Anmerkungen.



Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier


Beim ersten Mal dachte Thiel noch, es sei Zufall.

Boerne hatte ihn in die Rechtsmedizin bestellt, und nun beugten sie sich beide über den Beweis, den Boerne entdeckt hatte.

Boerne stand dicht hinter ihm. Das tat er oft, nur dass er diesmal noch enger an Thiel herangetreten war.

Bei jedem Wort, das Boerne sprach, konnte Thiel dessen warmen Atem auf seiner Wange spüren. Er konnte riechen, dass Boerne von den Lebkuchen genascht hatte, die auf seinem Schreibtisch standen.

Thiel hielt die Luft an und wagte kaum, sich zu bewegen, weil er Boerne sonst unweigerlich auf ihre Nähe aufmerksam gemacht hätte.


* * *


Beim zweiten Mal schob Thiel es darauf, dass Boerne ihm vermutlich mindestens einen Glühwein voraus war.

Er hielt bereits einen Becher in der Hand und nippte an dem heißen Getränk, als Thiel am Glühweinstand eintraf.

„Da sind Sie ja, Thiel. Sie sehen verfroren aus“, begrüßte Boerne ihn und drückte ihm mit den Worten „Hier, nehmen Sie“ seinen Becher in die Hände.

Langsam führte Thiel ihn an seinen Mund – unfähig, den Gedanken abzuschütteln, dass Boernes Lippen den Becher direkt vorher berührt hatten.

Über den Rand hinweg schielte er zu Boerne hinüber.

Ihre Blicke begegneten sich, und Thiel wurde es schlagartig heiß.


* * *


Beim dritten Mal hatte Boerne offensichtlich noch Restglühwein im Blut.

Anders konnte es sich Thiel nicht erklären, dass Boerne ihn auf den Dachboden mitgeschleift hatte, um ihm den Weihnachtsstern zu zeigen. „Mit Schweif“, wie Boerne behauptet hatte.

Jetzt standen sie unter einer offenen Dachluke, und Thiel sah überhaupt nichts. Noch nicht einmal einen ordinären Stern.

Stattdessen spürte er einiges, denn Boerne hatte sich – wieder einmal – dicht an ihn gedrängt. Auf seinem Gesicht fühlte Thiel die kalte Abendluft, die durch die Luke herein kam, aber in seinem Rücken spürte er eine wohlige Wärme, die von Boerne ausging.

Thiel lehnte sich zurück.


* * *


Beim vierten Mal war Thiel auf alles gefasst.

Als es am Heiligen Abend geklingelt und er seine Tür kaum geöffnet hatte, ehe Boerne ihn schon zurück in die Wohnung schob, gegen die Wand drückte und küsste, zögerte Thiel daher nur einen kurzen Augenblick, bevor er den Kuss erwiderte.

Und als Boerne seine Hände an Thiels Seiten hinab zu seinen Hüften gleiten ließ und ihre Becken enger zusammen brachte, sodass Thiel Boernes Erregung spüren konnte, da dachte Thiel, wie gut es sich traf, dass er über Weihnachten Urlaub eingereicht hatte und die nächsten beiden Tage seine Wohnung nicht zu verlassen brauchte.
  • Current Mood: busy busy
Und wieder ein breites, glückliches Grinsen - bei jeder einzelnen Geschichte. Die sind so schön. Hör, bitte, bloß nicht auf zu drabblen. :-)
Danke schön! Ich mag Drabbles ja auch. Ich denke, ich werde noch das eine oder andere schreiben. :)
Hach, mir ist allein vom Lesen der Drabbles ganz warm geworden :) sehr schön gelungen, alle miteinander. Ich wünschte, ich könnte mich so kurz fassen und dabei so dermaßen viel aussagen *seufz*

Und ich finde es äußerst praktisch, dass bei Weihnachtsgeschichten der Autor/die Figuren notfalls immer dem Glühwein die Schuld geben können^^
Vielen Dank! Wie schön, dass Drabbles so gut ankommen.

Am Heiligen Abend sind aber beide (noch) ganz nüchtern! ;)
Ich finde sie auch immer noch und immer wieder toll :D

Da steht kein Wort zuviel, und damit kann man auch kaum noch Lieblingssätze zitieren - es sind alles Lieblingssätze.

Besonders lustig fand ich aber diese Sätze:

Beim zweiten Mal schob Thiel es darauf, dass Boerne ihm vermutlich mindestens einen Glühwein voraus war.

und ... ach, ich kann da einach nichts auswählen - das gesamte ditte Drabble :)

Die Drabble-Umsetzung ist hier besonders passend und gelungen, weil Du jedes Drabble gleich einleitest und die Lage langsam eskaliert ;)
ach, ich kann da einach nichts auswählen - das gesamte ditte Drabble :)

Oh, wie schön! Vielen Dank!

und die Lage langsam eskaliert ;)

"Eskaliert" gefällt mir. :)
Boerne macht sich wirklich Mühe aber kann sich dann doch nicht gedulden.

Stattdessen spürte er einiges, denn Boerne hatte sich – wieder einmal – dicht an ihn gedrängt. Auf seinem Gesicht fühlte Thiel die kalte Abendluft, die durch die Luke herein kam, aber in seinem Rücken spürte er eine wohlige Wärme, die von Boerne ausging.

Thiel lehnte sich zurück. eine schönes 'image'

Ich wünsche frohe Feiertage!
... kann sich dann doch nicht gedulden.

Haha, cricri_72 meinte auch beim Betalesen, dass es am Ende etwas rasant geht. ;)

Ich wünsche Dir ebenfalls frohe Weihnachten!
Besser spät als nie :-)

Deine drabbles sind klasse. Am besten gefällt mir der 2. Teil - ich kann mir so gut vorstellen, wie sie sich über die Tasse hinweg ansehen: Boerne selbstbewusst grinsend, weil er genau weiß, was er Thiel "zumutet", und Thiel unfähig, sich Boernes Flirterei zu entziehen... perfekt. Teil 4 finde ich etwas "gedrängt", was bei drabbles eben mal vorkommt. Trotzdem sehr schön und IC; freue mich auf mehr von dir *hint hint*
Danke schön! Ja, ein fünftes Drabble wäre wohl im Nachhinein nicht schlecht gewesen, aber mehr als vier Adventstage gibt es ja nicht. ;)

*hint hint*

Ich habe mir Silvester als Ziel gesetzt. ich hoffe, es klappt.